Die Erfahrungen von Ilmenau letztes Wochende haben für mich ganz klar Folgendes gezeigt: Das Format “Barcamp” per se hat sich in seiner Reinform selbst disqualifiziert. Zur Erinnerung hier ein kurzer Trailer:
Der Erfolg, der sich in der Aufstellung gemeinsamer Themen mit gemeinsamer Terminologie, in der Intensivierung unserer Kontakte und in der Aufnahme neuer, konkreter Projekte eingestellt hat, ist nur durch die monatelange, nachhaltige Diskussion auf der Mixxt-Plattform zustandegekommen. Hätte der Austausch im Forum vor dem eigentlichen Treffen nicht stattgefunden, wären unsere Impulse womöglich im allgemeinen Chaos untergegangen.
Mein Fazit: Wenn schon Barcamp, dann Barcamp 2.0!
- Teilnehmer sollten sich metaphorisch als Neuronen im Netz begreifen.
- Sie sollten den Mehrwert der Vernetzung spürbar werden lassen: Emergenz, übersummative Intelligenz
- maximale Transparenz und keine Informationszurückhaltung
- Partizipation durch Netz 2.0 Tools im Voraus
Abgelegt unter : Education, Paradigmenwechsel
Barcamp 2.0 – das ist eine geniale Idee!
[...] Das ist sicher richtig. Aber ist es nicht viel wertvoller, sich gemeinsam auf ein solches Treffen schon im Vorhinein intensiv vorzubereiten? Wir jedenfalls haben diese Erfahrung auf dem EduCamp gemacht: Wir haben als Gruppe intensiv im EduCamp-Forum zuvor diskutiert und eine gemeinsame Wissensbasis geschaffen, auf der wir die face-to-face Diskussionen im EduCamp aufsetzen konnten. Dieses Vorgehen würde ich jedem empfehlen! Das heißt: Wir brauchen ab sofort Veranstaltungen vom Typ BarCamp 2.0! [...]
Die Vorbereitung war in mindestens doppelter Hinsicht klasse:
1. Eine gemeinsames Wissenbasis, worauf die Diskussionen aufbauen konnten, wurde gelegt.
2. Die soziale Komponente wurde erhöht, sprich: wir sind trotz erstem real life Kontakt sehr locker und voller Freude aufeinander zugegangen.
Disqualifiziert würde ich jetzt nicht ganz sagen. Eher: Man kann es verbessern. Und darin liegt glaube ich einer der Wichtigsten Punkte: Lieber etwas was schon auf dem richtigen Weg ist verbessern, als ganz abzuschreiben. Vieles was Du als Fazit ziehst ist auch genau die Idee hinter BarCamps, nur halten sich viele Teilnehmer zurück, weshalb dann das “Gesamterlebnis” und der Nutzen eingeschränkt werden.
Zu mit den intensivsten Barcamps zählen für mich BarCampCologne und BarCampLondon, da ich bei beiden fast for zuviel Input und Austausch hinauskriechen musste. Es geht also auch so. Deiner Meinung zu der Bedeutung der Vor- und Nachbereitung würde ich also zustimmen.
Was mich neben der konstruktiven Kritik natürlich auch freut ist, dass Dir/Euch die Nutzung von mixxt als Plattform geholfen hat. Das sind so die kleinen Momente, wo man zwischendurch merkt, dass die ganze Arbeit auch Menschen nutzt. Aber auf soetwas möchten wir uns nicht ausruhen. Wenn Du also in irgendeiner Form Feedback hast, Ideen, Wünsche, aber auch Kritik oder Fragen, bitte maile mich/uns einfach an. Wir helfen gerne!
Beste Grüße aus Bonn,
Oliver
@Oliver
Klar, das Erlebnis in Ilmenau war mich schon sehr intensiv. Ich habe den Beitrag einfach ein bisschen provokant-polarisierend fomuliert – wegen der Aufmerksamkeit
Ich sehe das anders.
Eine Vorbereitung eine BarCamps im Vorwege verfolgt m.E. nicht den Sinn eines BarCamps. Ich habe gar nicht die Zeit, mich in dem Umfang auf ein BC vorzubereiten, im Mixxt-Netzwerk mitzudiskutieren, wie es manch einer gerne hätte. Ich möchte, dass alle wesentlichen Inhalte auf dem BC angesprochen werden aber nicht zur Vollendung gebracht werden. Wenn (übertrieben ausgedrückt) alle Themen im Vorwege schon besprochen wurde, kann ich mir das BC sparen.
In einer Session möchte ich gerne durch kurze Diskussionen erkennen, wer ein geeigneter (Debattier-)Partner für mich ist und mich vor allem im Nachhinein connecten – und dann auch meinetwegen in irgendeinem x-beliebigen Forum oder Blog mit diesen Leuten weiter austauschen.
Partizipation im Voraus… uuuh, ja, schönes Wort. Aber was heißt das denn? Mich mit Fremden durch einen Mausklick zu einem Freund gradieren? Oder wirklich Konversation führen?
Nochmal: Wenn durch ein Forum im Vorwege alles abgekaspert wird, kann ich mir das BC sparen. Ich sehe das “Problem” in Ilmenau nicht im BarCamp, sondern in den Teilnehmern, die sich über die Nachhaltigkeit von diesem “connecten” nicht im Klaren sind und von einer einzelnen Session viel zu viel an Output erwarten.
Ahh, ich habe heute morgen einen ewig langen Kommentar geschrieben…habe aber wohl dann vergessen auf Submit zudrücken…..ahhh